Walter Benjamin
Walter Bendix Schönflies Benjamin (* 15. Juli 1892 in Berlin; † 26. September 1940 in Portbou) war ein deutscher Philosoph, Gesellschaftstheoretiker, Literaturkritiker und Übersetzer jüdischer Herkunft.
Das Kunstwerk im Zeitalter seiner Reproduzierbarkeit
Bedeutend ist vor allem seine Beschäftigung mit dem »Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit«. Der Titel dieser Arbeit von 1935 ist zu einer Art geflügeltem Wort geworden. Die unbegrenzte Vervielfältigung von Musik, Malerei, ja aller bildenden Künste führt nach Benjamin zum Verlust ihrer Aura. Damit ist auch der veränderte Rezeptionszusammenhang gemeint: Mußten sich die Kunstliebhaber früher in ein Konzert oder in eine Galerie begeben, um ihrer Leidenschaft nachzugehen, so kam es durch die technischen Reproduktionen, seien es Schallplatten-, Radioaufnahmen oder Kunstdrucke, zu einer »Entwertung des Originals«. Wertet Benjamin diese Entwicklung vor allem positiv, so greift Theoder W. Adorno die These auf und kehrt dialektisch vor allem die Regression und den Fetischcharakter der Massenkunst heraus.
Den »Neuen Medien« in der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg näherte sich Benjamin nicht nur theoretisch, sondern er hat in zahlreichen Rundfunksendungen seine Spuren hinterlassen. Voller Experimentierfreude gestaltete er Sendungen für den Kinderfunk, die Bücherstunde sowie Erzählungen und Hörspiele.
