Vorlesung 6: Das Web ist multimedial
Einleitung: Steampunk
Hat nicht wirklich etwas mit der Vorlesung zu tun, ist aber nett…
Inhalt (1)
- Graphik und Animation
- Audio und Video (Technik)
- Turn Your Radio On: Podcast ist (nicht nur) Internetradio
- Videos im Netz: Videohoster, Vodcasting, Werbung
Inhalt (2)
- Moblogging: Bilder, Filme und Töne von überall und sofort (spätere Vorlesung)
- Gerätekonvergenz: Das Photohandy als universelles Eingabegerät (spätere Vorlesung)
- Auswirkung auf die Medienlandschaft oder »Internet kills the Radio Star« (spätere Vorlesung)
Graphik und Animation
- 2D-Graphik-Formate
- Die Welt ist dreidimensional (mindestens)
- Animationen
GIF (Graphic Interchange Format)
- max. 256 Farben, davon eine »transparent«
- verlustfreie Komprimierung
- erst seit 2006 »frei«
- (Daumenkino-) Animationen möglich
GIF (2)
- eignet sich gut, um z.B. mit ImageMagick (Web-) Graphiken und Animationen »on the fly« zu erzeugen
- war wegen der erwähnten Lizenzprobleme zeitweise »in Verruf geraten«.
JPEG (Joint Photographic Experts Group)
- (inoffizieller) Graphikstandard für Photographien im Netz
- (meist) verlustbehaftete Komprimierung
- voller Farbraum des Originals bleibt erhalten
JPEG (2)
- Keine Transparenz
- nur bedingt für die scriptgesteuerte »on the fly«-Generierung von Bildern geeignet
- kein Archivformat (wg. Komprimierungs- verlusten)!
PNG (Portable Network Graphics)
- Wurde als freier Ersatz für GIF entworfen
- Farbbilder bis 48 Bit pro Pixel
- verlustfreie Komprimierung
- Alphakanal mit »echter« Transparenz (wird nicht von allen Browsern unterstützt)
PNG (2): Nachteile
- Keine Animationen!
- Ältere (eher sehr alte) Browser können PNGs nicht darstellen
- Die meisten Bildprogramme erzeugen viel zu große PNG-Dateien
PNG (3): Vorteile
- Gut zur »on the fly«-Generierung von (Web-) Graphiken geeignet
- Als Archivformat geeignet, da offener Standard
- Streamable
SVG (Scalable Vector Graphics)
- Keine Bitmap, sondern Vektorgraphik
- Beschreibungssprache: XML
- mehr später ;o)
3D und das Web
Proprietär?
Croquet
… oder Open Source?
(Living next door to) Alice
Standards?
… oder offene Standards?
- VRML und X3D
… oder andere Alternativen?
…oder wieder Flash?
VRML und X3D
- VRML (Virtual Reality Modeling Language) und X3D (eXtensible 3D) sind Sprachen zur Echtzeitdarstellung von 3D-Graphiken im Netz
- VRML besitzt eine JavaScript ähnliche Syntax, der Nachfolger X3D basiert (auch!) auf XML
VRML und X3D (2)
- Nach einem kurzen Hype Ende der 90er Jahre passiert nun fast gar nichts mehr (bedingt auch durch die wirtschaftlichen Schwierigkeiten von SGI)
- Der einzige mir bekannte Browser für VRML und X3D für Mac OS X und Linux/Unix ist FreeWRL (GPL)
VRML und X3D (3)
- Ansonsten wird selbst in der Literatur empfohlen, X3D Dateien via XSLT nach VRML 97 zu wandeln und dann in den vorhandenen (älteren) VRML-Browsern resp. PlugIns abzuspielen
VRML und X3D (4)
- Als reines Textformat »on the fly«-Generierung via Script möglich
- Richtig eingesetzt kann VRML/X3D wegen der Echtzeitfähigkeit eine wichtige Rolle bei der Navigation und Visualisierung großer Datenbestände etc. dienen
X3D-Alternativen (1): SketchUp
Googles Wunderwaffe für das dreidemensionale Web
SketchUp (2)
- In der Grundversion kostenlos
- Schnreibt KML-Dateien speziell für Google Earth
X3D-Alternativen (2): PoVRay
PoVRay: Persistance of Vision Raytracer
PoVRay (2)
Mehr zu MegaPOV auch in meinem Weblog…
PoVRay (3)
- Open Source
- textbasiert, daher auch scriptable
- Animationen möglich
- nicht echtzeitfähig
X3D-Alternativen (2): Blender 3D
Blender ist ein 3D-Modellierungs- und Animationswerkzeug, das unter Linux, Windows und MacOS X läuft.
- Open Source (GPL)
- Ermöglicht das Erstellen komplexer Filme und Spiele
- Interne Scriptsprache: Python
- VRML-Export
Flash
The Forbidden City ist eine dreidimensionale virtuelle Welt, die in Flash realisiert wurde:
Animationen im Web
Flash as flash can
Von wenigen Ausnahmen abgesehen, bedeutet Animation im Web:
Flash!
Was ist falsch an Flash?
- Flash-Dateien sind »binär«
- Flash ist ein proprietäres Format (Lizenz)
- Nichtsdestotrotz: Für »Spielchen« ist Flash sicher ein »nettes« Format
- ActionScript ist immerhin ECMA-konform
Flash-Alternative SVG
- SVG ist ein offener W3C-Standard
- SVG basiert auf XML, ist daher ein reines Textformat
- SVG eigent sich daher für die »on the fly«-Generierung von Graphiken und Animationen
Nachteile von SVG
- Mangelnde Unterstützung durch die Browserhersteller
- Fehlende Authoring-Werkzeuge
- Situation bessert sich aber zusehends (Firefox, Opera und bald auch Safari bieten SVG-Unterstützung ohne PlugIn)
SVG-Beispiel (1)
SVG-Beispiel (2): Hallo Welt
Audio im Netz
- Musik wird störend oft empfunden,
- zumal sie mit Geräusch verbunden.
- (Wilhelm Busch)
Audioformate
- MP3 als »Standard«?
- Ogg-Vorbis als freie Alternative
Aufnahme- und Schnittsoftware (1)
Aufnahme- und Schnittsoftware (2):
Aufnahme- und Schnittsoftware (3):
Turn Your Radio On
Was ist Podcasting?
- Podcast: iPod + Broadcasting
- Podcasts sind MP3-Dateien, die via RSS 2.0-Feed im Netz angeboten werden
- Podcasts sind daher sowohl ein synchrones als auch ein asynchrones Medium
Podcast (History)
- ca. 2001 führte Dave Winer eine Erweiterung in seinem RSS-Feed (Radio UserLand) ein, um Audiodateien anbieten zu können.
- Als Grateful Dead-Fan dachte er eher an die Distribution von bootlegs als an »Internet-Radio«
- Aber erst ca. 2005 mit Apples iPod und iTunes wurde Podcasting geboren und populär
Rechtliche Fallen: Gema und GVL
- Die Gema bietet immerhin ein — wenn auch überteuertes — Gebührenmodell für Podcaster
- Die GVL hingegen erklärt sich schlicht und einfach für nicht zuständig
Rechtliche Fallen (2)
- So bestehen Podcasts heute in der Regel aus »freier« Musik und aus vorgelesenen Texten, dabei steckt in dem Format viel mehr:
- Alternativen zum Dudelfunk: Musik die heute nicht mehr gespielt wird
- Alte Theater-, Kabarett- und Hörfunkaufnahmen… etc.
Hat Podcast eine Zukunft?
- Es gibt (noch) kein »YouTube« für Audio-Aufnahmen
- Podcaster werden zunehmend zu Vodcastern
- Video-iPod…
- …aber trotzdem glaube ich, daß Podcast eine Zukunft hat
- billig zu produzieren
- kann daher in Nischen überleben
Video und das Netz
Alles bewegt sich…
Video-Formate
- Die »alte« Web-Troika: Real, Microsoft und Apple
- Containerformate: Welche Codecs?
- Schon wieder Flash (oder: Die neue Web-Troika)
- Alternativen? (Ogg Theora und DivX)
Die »alte« Web-Troika
Verbreitung der PlugIns für die »klassischen« Video-Formate
- Real-Video: RealOnePlayer - 54,7 %
- Apple QuickTime - 67,6 %
- Windows Media Player - 83,7 %
Alternativen
Dagegen haben folgende PlugIns eine Verbreitung von…
- Java - 87,5 %
- Adobe Flash Player - 9,7 %
(Quelle: Adobe)
Codecs oder Codices
Die meisten Formate sind Containerformate, die diverse Codecs aufnehmen können. Zur Zeit spielen dabei eine Rolle:
- Sorenson Spark (H.263): z.B. Flash, QuickTime, MPEG, AVI
- On2 VP6: Flash
- H264: QuickTime, MPEG4
Die neue Web-Troika
- Flash-Video für die Webseiten
- Videohoster oder Storage-Server (z.B. Amazon S3) für das Asset-Management
- MPEG 4 (H.264) für das Vodcasting (iTunes, Miro etc. via RSS-Feed)
Die neue Web-Troika (2)
Das kann dann so aussehen:
Flash-Video in Website eingebunden, MPEG-4-Video als Vodcast (RSS 2.0) für Miro oder iTunes und ein Videohoster (hier Sevenload) als Fallback-Lösung.
Vorschau
Produktion von Web-Videos mit Open-Source-Tools (in der übernächsten Vorlesung)…
- ffmpeg(X)
- MPEG Streamclip
- Avidemux
New Vids on the Blog
- DivX
- Ogg Theora
- SMIL (wird in der nächsten Vorlesung behandelt)
DivX
DivX (2)
- proprietärer, MPEG-4 kompatibler Video-Codec
- proprietärer Player mit geringer Installationsbasis
- nicht quelloffen und kann mit DRM-Wasserzeichen versehen werden
- liefert gute Resulate bei starker Komprimierung
- Xvid will eine Open-Source-Variante von DivX werden
Flash vs. DivX
Ogg Theora
Ogg Theora (2)
- Freies Videoformat (Codec: On2 VP3.2)
- Wird als patentfreies Videoformat von der Wikipedia verwendet
- VideoLANs VLC (und damit auch Miro) können es abspielen
- iTunes benötigt ein zusätzliches (QuickTime-) PlugIn (Vorsicht!)
- → in Grenzen Vodcast-tauglich
Ogg Theora (3)
- Erzeugung noch etwas umständlich
- Nur wenige, Java-basierte Player für die Einbindung in Webseiten vorhanden
- Wenn man die QuickTime-PlugIns installiert hat, funktionieren die Player nicht mehr
Ogg Theora in Miro
Ogg Theora Filme erstellen...
Ogg Theora Player (1)
ITheora, Java-Applet, benötigt zudem ein serverseitiges PHP-Script
Ogg Theora Player (2)
Cortado (GPL) – noch nicht getestet.
Ogg Theora Fazit
- Während das Format selber durchaus leistungsfähig ist, fehlt es an allen Ecken und Kanten an leistungsfähigen Playern und Tools, daher ist es momentan bestenfalls als zusätzliches Angebot und für den Nachweis der politischen Korrektheit zu gebrauchen.
- Allerdings nehrrscht die neue Beta von Firefox Ogg Theora native
- Und es gibt Bemühungen, Ogg Theora als Standard in HTML5 einzuführen
One Player Fits It All
Der VideoLAN Media Player (VLC) beherrscht auch Flash-Videos:
VLC (2)
Einbinden von Videos
Einbinden von Videos (2): Flash
- Videohoster bieten eigene (manchmal konfigurierbare, z.B. YouTube) Player und (Copy and Paste) Code für die eigene Webseite an.
- Sonst eigenen Flash-Player verweden, wie z.B.
- → Joeren Wijering FLV Player (CC Lizenz)
- → FlowPlayer (GPL)
Einbinden von Videos (3)
Manchmal ist ein eigenes Pop-Up-Fenster sinnvoll:
Fragen?
Danke!
- Danke für Ihre Aufmerksamkeit!


