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Vorlesung 13

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Die Freiheit der Presse gehört denen, die eine besitzen.
(A.J. Liebling)

Vorab

Das Ende der freien Rede im Internet?

Medientheorie 2

Die Wurzeln des Mitmach-Webs

  • Computerspiele
  • Hypertext
  • Alternative Medien
  • Rhizome und Netzwerke

Alternative Medien

  • Vom »Arbeiterradio« zum Freien Radio
  • Stadtteilzeitungen und Fanzines
  • Videogruppen und Offener Kanal

Das Mitmach-Web (?)

Im Zugriff der Konzerne?

Bertolt Brecht

Bertolt Brecht

Aus der Wikipedia: Bertolt Brecht (gebürtig Eugen Berthold Friedrich Brecht; * 10. Februar 1898 in Augsburg; † 14. August 1956 in Berlin) wird als einflußreichster deutscher Dramatiker und Lyriker des 20. Jahrhunderts bezeichnet. Er ist auch international für seine Werke angesehen und ausgezeichnet worden. Brecht gilt als Begründer des epischen Theaters bzw. »dialektischen Theaters«. Brecht bezeichnete sich selbst (gegenüber Walter Benjamin) als Kommunisten.

Bertolt Brecht: Radiotheorie

Bertolt Brecht

Eine »Theorie des Radios« im Sinne eines in sich geschlossenen Denkmodells hat Brecht nicht verfaßt. Seine »Radiotheorie« besteht aus wenigen kleineren Schriften zum Thema Rundfunk sowie aus praktischen (experimentellen) Rundfunkarbeiten. Doch hat sich ihr Innovationswert bis heute in der Debatte gehalten.

Radiotheorie (2)

  • Radio ist nicht aus gesellschaftlicher Notwendigkeit, sondern als Zufallsprodukt entstanden.
  • Der Rundfunk ist aus einem Distributionsapparat in einen Kommunikationsapparat zu verwandeln.

Radiotheorie (3)

»Der Rundfunk wäre der denkbar großartigste Kommunikationsapparat des öffentlichen Lebens, ein ungeheures Kanalsystem, d.h., er würde es, wenn er es verstünde, nicht nur auszusenden, sondern auch zu empfangen, also den Zuhörer nicht nur hören, sondern auch sprechen zu machen und ihn nicht zu isolieren, sondern ihn in Beziehung zu setzen.«

The Two-Way-Web

Das sah übrigens Tim Berners-Lee, der Gründer des WWW, auch schon so…

'Tim Berners-Lee: HTML' von kantel

Mosaic als Hypermedia-Browser und Hypermedia-Editor

Radiotheorie (4)

Bertolt Brecht

»Ein Mann, der etwas zu sagen hat, und keine Zuhörer findet, ist schlimm dran. Noch schlimmer sind Zuhörer dran, die keinen finden, der ihnen etwas zu sagen hat.«

Mashups (?)

Bertolt Brecht: Mashups (direkte Zusammenarbeit zwischen Rundfunk und Theater)

  • »Der Rundfunk könnte die Chöre an die Theater senden…«

Jürgen Habermas

oder: Der Traum von der »Agora«

Jürgen Habermas

Jürgen Habermas: Die ideale öffentliche Debatte

Die ideale öffentliche Debatte

Das »diskursive« oder »partizipatorische« Modell

  • Bürger sollen an Entscheidungen, die sie tangieren, beteiligt werden
  • → möglichst viele Akteure sollen in öffentlichen Debatten zu Wort kommen
  • → vor allem »zivilgesellschaftliche« Akteure sollen zu Wort kommen (NGOs, Vereine, Bürgerinitiativen etc.)

Geschichte

  • Die öffentliche Debatte ist historisch aus der literarischen Debatte erwachsen
  • Kaffeehäuser, Salons, Tischgesellschaften bildeten »Kristalisationspunkte der Öffentlichkeit«
  • Ursprünglich literarische Zirkel, erweiterten sich die Themen bald um Politik und Ökonomie

Refeudalisierung der Öffentlichkeit

  • Ab Mitte des 19. Jahrhunderts sieht Habermas den öffentlichen Diskurs zunehmend gefährdet
  • Mit Entstehung der Massenmedien und den ihr eigenen technischen und kommerziellen Gegebenheiten erfolgt eine »Refeudalisierung der Öffentlichkeit«
  • Die Kommunikation wird wieder eingeschränkt und dem Einfluß einzelner Großinvestoren unterworfen.

Alte kontra neue Medien

  • Schlüsselstellung von Journalisten in den alten Medien, die üblicherweise etablierte, gesellschaftliche Akteure bevorteilen
  • Einfluß ökonomischer Interessen auf die Medienschaffenden
  • Beides führt zu einer »vermachteten« und damit unfreien Kommunikation in Hörfunk, Fernsehen und Printmedien

Frage?

  • Kann das »neue« Medium Internet die gewünschte freiere Kommunikation (wieder) gewährleisten?
  • Es ist kostengünstig und einfach zu bedienen (und in vielen Haushalten bereits vorhanden)
  • Es gibt (relativ) wenige rechtliche Hürden, um im Internet zu publizieren
  • Es gibt neue, multimediale und interaktive Publikationsmöglichkeiten

Also...

  • können sich im Internet eine Vielzahl von Akteuren präsentieren, ohne daß ihre Perspektivven und Argumente durch Journalisten selektiert und potentiell beschnitten werden
  • können sich im Internet öffentliche und massenmediale Debatten aus dem Korsett der »alten« Medien befreien
  • Wirklich…?

Wirklich?

Oder ist das Internet doch nur »for Porn«?

Hans Magnus Enzensberger

Hans Magnus Enzensberger

Aus der Wikipedia: Hans Magnus Enzensberger (* 11. November 1929 in Kaufbeuren) ist ein deutscher Dichter, Schriftsteller, Herausgeber, Übersetzer und Redakteur.

Von 1965 bis 1975 gab Enzensberger die Zeitschrift Kursbuch heraus. Enzensberger hatte insbesondere mit dem Kursbuch, aber auch mit seinen Werken großen Einfluß auf die Studentenbewegung.

Baukasten (1)

Besonders mit seinem Text Baukasten zu einer Theorie der Medien (1970) setzt sich Enzensberger mit Medien, vor allem dem Fernsehen auseinander. Er bezeichnet die elektronischen Medien als Hauptinstrumente der »Bewußtseins-Industrie«, der er weitgehende Steuerungs- und Kontrollmacht über die spätindustrielle Gesellschaft zuschreibt. Enzensberger forderte in dem Text eine sozialistische Medientheorie, d.h. einen emanzipatorischen und emanzipativen Umgang mit den Medien.

Baukasten (2)

Probleme sah er im »repressiven Mediengebrauch« (ein zentral gesteuertes Programm mit einem Sender und vielen Empfängern, der die Konsumenten passiv macht und entpolitisiert). Spezialisten produzieren den Inhalt, werden dabei jedoch durch Eigentümer oder Bürokratie kontrolliert. Ein »emanzipatorischer Mediengebrauch« dagegen würde jeden Empfänger zum Sender machen. Durch die Aufhebung der technischen Barrieren würden die Massen mobilisiert und politisch eingebunden. In seinen 1988 veröffentlichten Gesammelten Zerstreuungen bezeichnete Enzensberger das Fernsehen als »Nullmedium«.

Baustein 1

Mit der Entwicklung der elektronischen Medien ist die Bewußtseins-Industrie zum Schrittmacher der sozio-ökonomischen Entwicklung spät-industrieller Gesellschaften geworden. Sie infiltriert alle anderen Sektoren der Produktion, übernimmt immer mehr Steuerungs- und Kontrollfunktionen und bestimmt den Standard der herrschenden Technologie.

Baustein 2

Das offenbare Geheimnis der elektronischen Medien, das entscheidende politische Moment, das bis heute unterdrückt oder verstümmelt auf seine Stunde wartet, ist ihre mobilisierende Kraft.

Baustein 3

George Orwells Schreckbild einer monolithischen Bewußtseins-Industrie zeugt von einem Verständnis der Medien, das undialektisch und obsolet ist. Die Möglichkeit einer totalen Kontrolle solcher Systeme durch eine zentrale Instanz gehört nicht der Zukunft, sondern der Vergangenheit an.

Baustein 4

Die Neue Linke der 60er Jahre hat die Entwicklung der Medien auf einen einzigen Begriff gebracht: den der Manipulation. Er war ursprünglich von großem heuristischen Nutzen und eine lange Reihe von analytischen Einzeluntersuchungen ermöglicht, droht jedoch zu einem großen Schlagwort herunterzukommen, das mehr verbirgt als es aufklären kann, und das deshalb seinerseits einer Analyse bedarf.

Baustein 5

Manipulation, zu deutsch Hand- oder Kunstgriff, heißt soviel wie zielbewußtes technisches Eingreifen in ein gegebenes Material. Wenn es sich um ein gesellschaftlich unmittelbar relevantes Eingreifen handelt, ist die Manipulation ein politischer Akt. Das ist in der Bewußtseins-Industrie prinzipiell der Fall.

Baustein 6

Die neuen Medien sind ihrer Struktur nach egalitär. Durch einen einfachen Schaltvorgang kann jeder an ihnen teilnehmen; die Programme selbst sind immateriell und beliebig reproduzierbar. Damit stehen die elektronischen im Gegensatz zu älteren Medien wie dem Buch oder der Tafelmalerei, deren exklusiver Klassencharakter offensichtlich ist.

(Vgl. Walter Benjamin: Das Kunstwerk in Zeitalter seiner Reproduzierbarkeit)

Baustein 7

Die neuen Medien sind aktions- und nicht kontemplativ, augenblicks- und nicht traditionell orientiert. Ihr Zeitverhältnis ist dem der bürgerlichen Kultur, die Besitz will, also Dauer, am liebsten Ewigkeit, völlig konträr. Die Medien stellen keine Objekte her, die sich horten und versteigern ließen. Sie lösen »geistiges Eigentum« schlechthin auf und liquidieren das »Erbe«, das heißt, die klassenspezifische Weitergabe des immateriellen Kapitals.

Baustein 8

Es ist falsch, Mediengeräte als bloße Konsumtionsmittel zu betrachten. Sie sind im Prinzip immer zugleich Produktionsmittel, und zwar, da sie sich in den Händen der Massen befinden, sozialisierte Produktionsmittel. Der Gegensatz zwischen Produzenten und Konsumenten ist den elektronischen Medien nicht inhärent; er muß vielmehr durch ökonomische und administrative Vorkehrungen künstlich behauptet werden.

Baustein 9

Schon aus den angegebenen strukturellen Eigenschaften der neuen Medien geht hervor, daß keines der heute herrschenden Regimes ihr Versprechen einlösen kann. Nur eine freie sozialistische Gesellschaft wird sie produktiv machen können. Ein weiteres Charakteristikum der avanciertesten Medien, wahrscheinlich das entscheidende, bestätigt diese Hypothese: nämlich ihre kollektive Struktur.

Baustein 10 (1)

Dagegen muß eine jede sozialistische Strategie der Medien die Isolation der einzelnen Teilnehmer am gesellschaftlichen Lern- und Produktionsprozeß aufzuheben trachten. Das ist ohne Selbstorganisation der Beteiligten nicht möglich. […]

Baustein 10 (2)

Wer sich Emanzipation von einem wie auch immer strukturierten technologischem Gerät oder Gerätesystem verspricht, verfällt einem obskuren Fortschrittsglauben; wer sich einbildet, Medienfreiheit werde sich von selbst einstellen, wenn nur jeder einzelne fleißig sende und empfange, geht einem Liberalismus auf dem Leim…

Baustein 11 (1)

Eine allzu verbreitete These behauptet, der heutige Kapitalismus lebe von der Ausbeutung falscher Bedürfnisse. Das ist bestenfalls eine Halbwahrheit. […] Die Hypothese vom »Konsumterror« kommt den Vorurteilen der Bourgeoisie, die sich für politisch aufgeklärt hält, über das angeblich integrierte, kleinbürgerlich gewordene und korrumpierte Proletariat entgegen.

Baustein 11 (2)

Die Anziehungskraft des Massenkonsums beruht aber nicht auf dem Oktroi falscher, sondern auf der Verfälschung und Ausbeutung ganz realer und legitimer Bedürfnisse

Baustein 12 (Zusammenfassung)

Repressiver Mediengebrauch Emanzipatorischer Mediengebrauch
Zentral gesteuertes Programm
Ein Sender, viele Empfänger
Dezentralisierte Programme
Jeder Empfänger ist ein potentieller Sender
Immobilisierung isolierter Individuen Mobilisierung der Massen
Passive Konsumentenhaltung Interaktion der Teilnehmer, feedback
Entpolitisierungsprozeß Politischer Lernprozeß
Produktion durch Spezialisten Kollektive Produktion
Kontrolle durch Eigentümer oder Bürokraten Gesellschaftliche Kontrolle durch Selbstorganisation

Baustein 13

Über die objektiv subversiven Möglichkeiten der elektronischen Medien sind sich, abgesehen von fatalistischen Anhängern der Manipulations-These in den Metropolen, beide Seiten im internationalen Klassenkampf einig.

Baustein 14

Revolutionäre Situationen bringen immer sprunghafte, spontane, von den Massen getragene Veränderungen im vorgefundenen Aggregatzustand der Medien mit sich. Wieweit die dabei erzielten Veränderungen greifen und wie dauerhaft sie sind, das zeigt, wieweit eine Kulturrevolution siegreich ist.

Baustein 15

Mit einer einzigen großen Ausnahme, der Walter Benjamins (und in seiner Nachfolge Brechts), haben aber die Marxisten die Bewußtseins-Industrie nicht verstanden und an ihr nur die bürgerlich-kapitalistische Rückseite, nicht ihre sozialistischen Möglichkeiten wahrgenommen.

Baustein 16

Die Umwälzung der Produktionsbedingungen im Überbau hat die herkömmliche Ästhetik unbrauchbar gemacht […] in den elektronischen Medien kommt ein radikal verändertes Subjekt-Objekt-Verhältnis zum Vorschein, das sich den alten kritischen Begriffen entzieht. Längst hinfällig ist die Vorstellung vom abgeschlossenen Kunstwerk.

Baustein 17

Die Vorherrschaft des Buches wirkt heute bereits wie eine Episode. Ein unvergleichlich längerer Zeitraum ging ihr voraus, in dem die Literatur mündlich war; nunmehr wird sie vom Zeitalter der elektronischen Medien abgelöst, die ihrer Tendenz nach wiederum einen jeden zum Sprechen bringen wird.

Baustein 18

Die Ratlosigkeit der literarischen Kritik vor der sogenannten dokumentarischen Literatur ist ein Indiz dafür, wieweit das Denken der Rezensenten hinter dem Stand der Produktivkräfte zurückgeblieben ist.

Baustein 19

Im übrigen lösen die Medien auch die alte Kategorie des Werkes auf, das nur als diskreter Gegenstand, nicht unabhängig von seinem materiellen Substrat gedacht werden kann. Die [elektronischen] Medien stellen solche Objekte nicht her.

Baustein 20

Es gehört zum Bild künstlerischer Avantgarden, daß sie Möglichkeiten von Medien, die noch in der Zukunft liegen, sozusagen vorahmen.

Baustein 21 (1)

Für den Autor folgt aus diesen Überlegungen, daß er sein Ziel darin sehen muß, sich selber als Spezialisten überflüssig zu machen, etwa so, wie der Alphabetisateur seine Aufgabe erst dann erfüllt hat, wenn er nicht mehr benötigt wird.

Baustein 21 (2)

Wie jeder Lernvorgang, so ist auch dieser Prozeß reziprok: Der Spezialist wird vom Nicht-Spezialisten ebensoviel oder mehr lernen müssen wie umgekehrt: nur dann kann ihm seine eigene Abschaffung gelingen.

Fazit (1)

Bertolt Brecht

»Sollten Sie dies für utopisch halten, so bitte ich Sie, darüber nachzudenken, warum es utopisch ist.«

(Brecht: Radiotheorie)

Alexander Kluge

Aus der Wikipedia: Alexander Ernst Kluge (* 14. Februar 1932 in Halberstadt) ist ein promovierter deutscher Rechtsanwalt, Filmemacher, Fernsehproduzent, Schriftsteller und Drehbuchautor. Kluge wurde bekannt als einer der einflußreichsten Vertreter des Neuen Deutschen Films, den er in Theorie und Praxis mitbegründet und weiterentwickelt hat.

In Zusammenarbeit mit dem Soziologen Oskar Negt verfaßte er mehrere Schriften und Bücher, darunter Öffentlichkeit und Erfahrung (1972), Geschichte und Eigensinn (1981) und Maßverhältnisse des Politischen (1992).

Alexander Kluge (2)

Kluge gilt als Autorität auf dem Gebiet der Filmtheorie und ist Verfasser diverser Standardliteratur (Filmanalyse etc.). Seine theoretische Konzeption war darüber hinaus prägend für den avantgardistisch-intellektuellen Neuen Deutschen Film der 1970er und 80er Jahre.

Mit der Gründung der dctp (Development Company for Television Program) 1987 ist es ihm gelungen, eine Plattform für unabhängige Programme im deutschen Privatfernsehen zu schaffen. Die Gesellschafter von dctp sind Alexander Kluge (37,5 %), die japanische Werbeagentur Dentsu (37,5 %), der Spiegel-Verlag (12,5 %) und die Neue Zürcher Zeitung AG (12,5 %)

Filme (Auswahl - 1)

  • Abschied von gestern (1966)
  • Die Artisten in der Zirkuskuppel: ratlos (1967)
  • Gelegenheitsarbeit einer Sklavin (1973)
  • In Gefahr und größter Not bringt der Mittelweg den Tod (1974, mit Edgar Reitz)
  • Deutschland im Herbst (1978, mit Volker Schlöndorff, Rainer Werner Fassbinder, Edgar Reitz und anderen)

Filme (Auswahl - 2)

Thesen zu den neuen Medien (1985)

Alexander Kluge

In Gefahr und großer Not bringt der Mittelweg den Tod

These I

Neue Medien sind eine dezentrale Antwort auf den Einheitsbrei der kommerziellen und industrialisierten Medien.

These II

Neue Medien fördern und fordern die aktive Beteiligung. Sie sind eine Form der Öffentlichkeit unter Anwesenden.

These III

Neue Medien nehmen — im Gegensatz zur industrialisierten und zentralistisch organisierten Medienproduktion — die Interessen des nicht organisierbaren Bereichs der klassischen Öffentlichkeit wahr.

These IV

Neue Medien bilden Werkstätten der nicht entfremdeten Öffentlichkeitsarbeiter. Die Technik ist – im Idealfall – der Arbeitsweise der menschlichen Produzenten angepaßt.

These V

Neue Medien entstehen notwendigerweise in Kooperation. Jeder Medienproduzent ist auf die (gegenseitige) Zulieferung anderer Medienproduzenten angewiesen.

These VI

Neue Medien bilden in ihrer Gesamtheit wie auch in Teilen eine virtuelle Anbietergemeinschaft. Dies behindert die von der industrialisierten Medienproduktion angestrebten Marktaufteilung unter den Stärksten und die Ausgrenzung von (Außen-) Pluralität. Neue Medien demgegenüber versuchen, außenplurale Verhältnisse herzustellen (d.h. sie be- und verhindern Ausgrenzung).

Fazit (2)

Zum Abschluß noch einmal Bert Brecht:

  • »Undurchführbar in dieser Gesellschaftsordnung, durchführbar in einer anderen, dienen die Vorschläge, welche doch nur eine natürliche Konsequenz der technischen Entwicklung bilden, der Propagierung und Formung dieser anderen Ordnung.«

Und:

  • »Der Sieg der Vernunft kann nur der Sieg der Vernünftigen sein.«

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