Inhaltsverzeichnis

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Vorlesung 11

  • Alternative Clients
  • Das Web als Plattform
  • The Big Switch

Es gibt keine Gnade

Ein Agility-Filmchen muß auch im Jahre 2009 sein:

Es muß nicht immer der Browser sein

'Screenshot iChat AV' von kantel

Zur Einstimmung

Ein Beitrag über die Medienkompetenz unserer Politiker:

Alternative Clients

'Eine SMIL-Datei im REALplayer' von kantel

Das World Wide Reb...

war einer der ersten Versuche eines Internet-Desktops:

'Rebol View Desktop' von kantel

Vermutlich seiner Zeit weit voraus…

Alternative Clients: Vorläufer

  • Videoplayer wie der QuickTime-Player oder der REALplayer waren wohl die ersten alternativen Clients im Web
  • Damit war allerdings noch kein eigenständiges Konzept verbunden, sondern sie entstanden aus der Notwendigkeit heraus, daß die Browser damals (Streaming-) Videos nicht vernünftig verarbeiten konnten.

Alternative Clients: QuickTime (VR)

Filme können über das Netz geladen werden…

'Screenshot QuickTime' von kantel


QuickTime VR

Alternative Clients: QuickTime (2)

QuickTime VR funktioniert natürlich auch im Browser.

QuickTime-Alternative VLC

Der VideoLan Client (VLC) kann ebenfalls (Streaming-) Video über das Netz laden:

'Prisac on the Way to the Steinerei' von kantel

VLC (2)

… sogar via http

'Progressive Streaming...' von kantel

Wobei »streaming« via http nicht wirklich funktioniert (progressive streaming)

VLC (3)

Aber dafür funktioniert es sogar von Videohostern wie Blip.tv:

'Progressive Streaming...' von kantel

Ambulant

Der Ambulant SMIL-Player wurde in dieser Vorlesung schon mehrmals vorgestellt

Screenshot Ambulant

Und in der aktuellen Version 2.0.1 kann er SMIL 3.0 und funktioniert auch (wieder) unter MacOS X.

Es gibt auch noch einen kommerziellen SMIL-Player: Grins

Alternative Clients: iTunes

Hier mit dem Internet-TV eines Hundefutter-Herstellers:

'Internet-TV eines Hundefutterherstellers' von kantel

iTunes (2)

iTunes ist ein herausragendes Beispiel für einen alternativen Web-Client mit einem eigenen Konzept: Eine »legale« Möglichkeit, Musikstücke aus dem Internet zu laden

  • Dazu wurde der iTunes-(Musik-)Store (iTMS) gegründet
  • Die Musikstücke werden mit DRM versehen

Der iTunes Store...

wird nicht per Browser, sonder per iTunes »angesurft«

'iTunes (Musik) Store (iTMS)' von kantel

iTunes (3)

Wie fast jedes Werkzeug wuchs iTunes schnell über die ursprünglich gedachten Zwecke hinaus:

  • 1. iTunes kann die Songtitel und Künstlernamen einer CD aus einer Datenbank (Gracenote-DB) holen
  • 2. Ist die CD dort unbekannt, kann der Nutzer die Daten an die DB senden

iTunes und Podcast

  • iTunes kann Feeds abonnieren
  • Der Nutzer kann seinen Feed über den iTMS vertreiben
  • Die Casts können automatisch auf einen iPod geladen werden
  • Das geht auch mit Video (Vodcast)

Der iPod

wird mit der Verbindung zu iTunes selber auch zu einer Art (indirektem) Web-Client

'Der iPod...' von kantel

Der iPod (2)

  • sendet Informationen (zum Beispiel Wertungen) auch wieder zurück an iTunes
  • Diese können ausgelesen und zu kollektiven Wertungslisten (ähnlich last.fm) verarbeitet werden

Apple-TV

iTunes-Content (und YouTube) im Fernseher

'Apple-TV' von kantel

iTunes als Basis für Social Software

  • Software kann die iTunes-Bibliothek auslesen und auf einem Webserver ablegen (Bsp.: Kung-Tunes, GPL)
  • Damit können dann z.B. so beliebte Listen wie »Ich höre gerade…« in Weblogs realisiert werden.

iTunes Fazit

  • Um iTunes und den iTunes Store herum hat sich also eine ganze Blase aus Software und Webservice gebildet, teilweise mit einer eigenen Kultur
  • Die Richtung könnte in interaktives (und kollektives) (User-) Radio und Fernsehen zeigen

iTunes-Alternative: Miro

Die Open Source (und DRM-freie) iTunes-Alternative: Miro

'Rollberg-TV on Miro' von kantel

»The Future of Net Video«

Miro (2)

  • existiert so gut wie für jede Plattform (Linux, Unix, MacOS X, Windows…)
  • spielt so ziemlich alle Formate ohne DRM (und ignoriert DRM)
  • unterstützt den Download via Bit-Torrent

Miro (3)

  • Kann RSS-Podcasts und Video-Blogs abonnieren
  • Kann (Flash-) Videos von von Hostern wie YouTube, Google Video etc. herunterladen (und abspielen)

Was bei iTunes der Music Store ...

ist bei Miro der Programmführer (Channel Guide)

'Miro-Programmführer' von kantel

Channel Guide

Der Channel Guide wurde in Drupal realisiert…

'Miro-Programmführer im Browser' von kantel

und funktioniert auch im »normalen« Browser (hier: Safari)

Miro: Weitere Funktionen

  • Video-Suchmaschine
  • Playlists (Favoriten)
  • Social-Network-Funktion (Share Lists)

Miro Community

Video Bomb: Bookmark your videos…

'Video Bomb: Aktueller Screenshot' von kantel

Miro Community (2)

Jeder sein eigener YouTube…

'Helferlein (2): Broadcast Machine' von kantel

Miro Community (3)

Broadcast Machine

  • ist ein webbasierter Generator für Vodcasts (muß auf dem eigenen Server installiert werden)
  • ist ein Videoblog und -Podcast
  • unterstützt BitTorrent-Technologie
  • ist in PHP geschrieben (kein MySQL nötig)

Miro Community (4)

Broadcast Machine (2)…

  • Entwicklung wurde vorläufig eingestellt
  • wird eventuell (offiziell) durch Blip.tv ersetzt

Miro: Fazit (1)

  • Auch Miro ist mehr als nur ein alternativer Web-Client. Er basiert auf der Philosophie eines freien und »demokratischen« Videoplayer für alles und jeden.
  • Hinter Miro steht die Vision eines freien, kollektiven und kostenlosen (Bürger-) Internet-TVs

Miro: Fazit (2)

  • Rund um Miro haben sich ebenfalls weitere Applikation und Communities entwickelt, die diese Vision unterstützen wollen.
  • Kristallationszentrum ist zur Zeit noch die Social-Network-Site VideoBomb.
  • Könnte aber ebenfalls bald von Blip.tv abgelöst werden.

Songbird

Screenshot Songbird

Alternative Clients: Audio

Screenshot Last.fm

'Screenshot last.fm' von kantel

Last.fm (2)

Was mit Video geht, geht natürlich auch mit Radio…

'Last.fm Desktop-Client' von kantel

Der last.fm Desktop-Client vereinfacht die Nutzung dieser Internet-Radio-Station

Und...

  • nun weitere Desktop-Clients im Schnelldurchlauf

uDig

uDig: Google Earth selbstgemacht

'uDig Screenshot' von kantel

Hatten wir in der letzten Vorlesung…

Google Video

Der Google Video Desktop-Player…

'Google Desktop-Video-Player' von kantel

kann nur Google-Video und sonst gar nichts.

Google Earth

Eine sehr mächtige Desktop-Applikation: Google Earth

'Google Earth und das MPIWG' von kantel

Google Earth (2)

Mit Flickr und Google Earth durch das »deutsche Oxford«:

'Tutorial: Wir basteln uns ein Mashup (5)' von kantel

Second Live

Second Life ist ebenfalls eine Web-Applikation mit eigenem Client:

Und mit Java geht so etwas natürlich auch

Screenshot Forbidden City

»Forbidden City« ist ein virutelles Museum und eine Art Echtzeit-3D-Chat.

Helfer-Applikationen

Und der Rest sind Uploader und andere Helfer-Applikationen…

'iPhotos Picasa-Uploader' von kantel

z.B. das iPhoto Plug-In für Googles Photo-Abum Picasa…

Helfer-Applikationen (2)

oder Flickr:

'Screenshot FlickrExport 2.0.5' von kantel

Yahoo! Widgets

Yahoo! Widgets (was: Konfabulator, is: Konfabulator?) …

Dashcode

Yahoo! Widgets (2)

… und …

'Yahoo! Maps Widget' von kantel

Apple Dashboard

… Apples Dashboard: Alternative Clients zum Selberbauen

'Apples Dashboard' von kantel

Apple Dashboard (2)

Das Dashboard funktioniert sogar mit Google Maps

'Screenshot gMap' von kantel

Zwar nur mit Verrenkungen (wg. URL gebundenen API-Key), aber es geht…

Yahoo! Widgets und Apples Dashboard

  • Graphisches User-Interface aus PNG-Bildern
  • Scriptsprache: JavaScript (auf MacOS X auch AppleScript)
  • XML und (X)HTML

Der Kampf um den Desktop

  • Mozilla XUL
  • Adobe AIR
  • JavaFX
  • und…

Mozilla XUL

Programming Firefox Book Cover

  • GUI: XUL (XML-Dialekt)
  • Logik: JavaScript (andere Sprachen wie zum Beispiel Python sind ebenfalls möglich)
  • Mozilla Engine als Runtime

XUL-Anwendungen

  • Miro Desktop Client
  • Songbird

Adobe AIR

Screenshot Adobe Mediaplayer

Adobe Media-Player: Demo-Anwendung für Adobes AIR

Adobe AIR (2)

  • GUI: MMX (XML-Dialekt)
  • Logik: ActionScript
  • oder…
  • GUI: (X)HTML
  • Logik: JavaScript

Wird in beiden Fällen nach SWF konvertiert und läuft im AIR-Client als Runtime

JavaFX

JavaFX verfolgt einen etwas anderen Ansatz.

JavaFX (2)

  • GUI JavaFX Script (eine Art deklaratives Java); alternativ: Swing
  • Java (»prozeduraler Dialekt, ähnlich Processing)
  • Benötigt als Runtime »nur« eine JRE

und...

  • Silverlight
  • Open Laszlo

Hardware

Aber was ist mit anderer Hardware?

'HTML auf PDA' von kantel

Handy, PDA etc.? Oder Fernseher?

Fernseher?

Spiegel Online gestern über den »neuen« TV-Trend: Fernsehflundern mit Netzzugang

Sharp Aquos: Der Webzugang soll auch für Wartungszwecke genutzt werden

Mobile Clients

Mobile Clients (2)

Zur Zeit gibt es zwei unterschiedliche Typen von Mobilen Clients

  • 1. Online Clients, die via Telephon-Netz, UMTS oder WLAN etc. direkt mit dem Internet verbunden sind (Handy, PDA).
  • 2. Offline-Clients, die via USB, Firewire oder Docking-Station vom PC aus »gefüttert« werden (iPod, MP3-Player).

Von WML/WAP...

  • Nachdem der Versuch mit WML/WAP grandios gescheitert ist…
  • (WML: Wireless Markup Language, WAP: Wireless Application Protocoll)

...nach SMIL...

… bleibt vorerst nur der Weg über Weichen und Style-Sheets …

'SMIL-Content' von kantel

SMIL-Content via Plug-In im Browser und via Player auf einem Windows Mobile PDA

...oder CMS

… oder das Generieren diverser Ausgabe-Formate via CMS

'Publishing Content for different Clients' von kantel

Konsolen

Und was ist mit Spielekonsolen?

'Spielekonsolen' von kantel

Fazit (1)

Hier gibt es jedenfalls noch viel Forschungsbedarf und viele Möglichkeiten für Experimente.

Das Web als Plattform

'Gabis Web-Desktop' von kantel

Ein sehr früher Versuch ;o)

Das Web als Plattform (2)

Das Web als Plattform ist keine Erfindung von Google

'Apple Mail' von kantel

Apples Mail-Client …

Das Web als Plattform (3)

… auf .Mac im Browser nachgebaut:

'Desktop-Applikation im Browser nachgebaut' von kantel

Googles Web Apps

Aber Googles Web-Applikationen sind…

  • nicht nur Web-Applikation sondern auch Webservices
  • umsonst! (meist)
  • ohne Software-Releases, sie werden ständig verbessert (ey, Web 2.0 ist für beta!)
  • komplett webbasiert, man muß nichts auf dem eigenen Rechner installieren

Googles Web Apps (2)

… und überfordern den Benutzer nicht:

'Screenshot iCal' von kantel

Apples Desktop-Kalender iCal…

Googles Web Apps (3)

und Googles Webkalender:

'Screenshot Google Calendar' von kantel

Alles ist wie vom Desktop gewohnt (dank AJAX)

Googles Web Apps (4)

und sie können miteinander synchronisiert werden:

'SpanningSync-Screenshot' von kantel

Google Notebook

Ein webbasiertes PIM mit (gemäßigter) Outliner-Funktionalität …

'Google Notebook' von kantel

Google Notebook (2)

… kann per Scriptlet von jeder Seite aus »gefüllt« werden.

'Firefox-Erweiterung für Google Notebook' von kantel

Ein sehr wirkungsvoller »Copy & Paste«-Ersatz.

Google Reader

Für den Google Reader (Googles RSS-Aggregator)…

'Screenshot Google Reader' von kantel

Search, don't sort!

wie auch für Google Mail gilt: »Search, don't sort!«

'Google Mail' von kantel

Googles Web Apps (5)

Google verläßt sich ganz auf seine Kompetenz als Suchmaschinenbetreiber…

  • daher gibt es in Googles Web-Applikationen auch kein Tagging.
  • aber Google ist in der Lage, quer durch alle Web-Applikationen eines Benutzers zu suchen,
  • und auf Wunsch auch den Desktop (Windows only. Gefährlich, gefährlich…)

Texte und Tabellen

Googles »Office«, die Krönung aller Web-Applikationen:

'Google Docs' von kantel

Google Docs, vormals Writely (verarbeitet .doc, .rtf, etc.) …

Texte und Tabellen (2)

… und Google Spreadsheet kann Excel-Dokumente verarbeiten

'Google Spreadsheets...' von kantel

Texte und Tabellen (3)

Und Powerpoint braucht man auch nicht mehr…

'Google Presentation' von kantel

Google Presentations (neu!)

Auch zum Einbinden in die eigene Webseiten

Texte und Tabellen (4)

…denn Google kann alles und will alles…

Google Docs in Plain English

…und ermöglicht so auch kollaboratives Arbeiten über das Netz.

Google Web Apps (6)

Eine kleine, unvollständige Liste von Google Webservices (1/3)

  • 1. Google Mail
  • 2. Google Kalender
  • 3. Google Notizbuch
  • 4. Picasa Web-Album und Picasa Client (Flickr-ähnliches Photo-Album und iPhoto-ähnliche ildbearbeitungssoftware)
  • 5. Google Reader (RSS-Aggregator)

Google Web Apps (7)

Google Webservices (2/3)

  • 6. Feedburner (RSS-Aggregator und Community – Neukauf)
  • 7. Google Talk (Chat-Programm)
  • 8. Google Docs (Textverarbeitung)
  • 9. Google Spreadsheet (Tabellenkalkulation)
  • 10 Google Presentation

Google Web Apps (8)

Google Webservices (3/3)

  • 11. Google Video
  • 12. Orkut (Social Networking)
  • 13. Blogger (Weblog-Software)
  • 14. Google Groups (Mailinglisten und Diskussionsforum)
  • 15. Google Sites (Eine Mischung aus CMS und Wiki)

Google Web-Services: Fazit (1)

  • 1. Wem es nicht unheimlich ist, seine Daten der Datenkrake Google anzuvertrauen, der erhält mit seinem Google-Account ein ziemlich leistungsfähiges und fast alle »normalen« Zwecke abedeckendes Paket, das zudem durch die leistungsfähige Suchfunktion die Arbeit in vielen Fällen erleichtert.

Google Web-Services: Fazit (2)

  • 2. Das weiß vor allem der zu schätzen, der viel aus Internetcafés heraus arbeiten muß.
  • 3. Allerdings scheint zumindest in Europa ein bedenkliches Monopol heranzuwachsen (in den USA kann Yahoo! (noch) dagegenhalten).

The Big Switch

Cloud Computing

  • Rechenzentren stellen skalierbare, virtuelle Server und passende Images zur Verfügung
  • Beispiel Amazon AWS mit EC2, S3, SimpleDB und SQS

Cloud Computing: Anwendung

Screenshot Panda

Panda ist eine Open Source Video-Plattform, die komplett in Amazons Cloud läuft.

Panda (2)

  • Die Macher verteilen eine AMI für EC2
  • Inhalt (neben der eigentlichen Panda-Applikation): Merb (JavaScript Framework), Ffmpeg zur Videokonvertierung, Ruby on Rails
  • SimpleDB speichert die Metadaten, S3 speichert die Videos
  • REST API

Utility Computing

App Engine Logo

  • Rechenzentren stellen Dienste und Services zur Verfügung, die bisher nur auf dem Desktop vorhanden waren
  • Beispiel: Googles »Texte und Tabellen«
  • Haloscan
  • Googles App Engine

Wohin geht die Richtung?

  • Die Compute-Zentren werden sicherlich nicht abgelöst, aber die ganzen kleinen, aber auch größeren DV-Abteilungen, die Standard-(Business-)Services abliefern, werden überflüssig werden.
  • Zum Beispiel ist ein »eigener« Mail-Server heute schon ein gewisser Anachronismus

Meta Meta

Vorhersagen sind immer schwierig, besonders für die Zukunft…

Fragen?

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Danke!


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