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Simon Stevin

Simon Stevin. Academisch Historisch Museum, Universiteit Leiden

Der niederländisch-flämische Mathematiker, Physiker und Ingenieur Simon Stevin (* 1548/49 in Brügge (Flandern); † 1620 vermutlich in Den Haag oder Leiden) war einer der interessantesten Wissenschaftler der frühen Neuzeit. Er war sowohl praktisch wie auch theoretisch tätig, baute unter anderem einen Segelwagen, war erfolgreicher Festungsbaumeister, führte das Dezimalsystem in die Wissenschaften ein, bewies das Gesetz vom Gleichgewicht auf einer schiefen Ebene, stellte die Theorie auf, daß die Gezeiten vom Mond abhängig seien und belegte überzeugend die Unmöglichkeit eines Perpetuum Mobiles.

Seine interessanteteste Theorie war meiner Meinung nach aber seine Überzeu­gung gewesen, daß die niederländische Sprache die geeignetste Universalsprache für die Wissenschaft sei. Er begründete dies damit, daß das Niederländische aus kurzen Wörtern bestehe und damit die meisten Komposita erzeugt werden können. Nach seiner Überzeugung sprachen schon Adam und Eva niederländisch (in der Weisenzeit, niederl. Wysentijt) und wenn sich das Niederländsche in der Wissenschaft durchgesetzt habe, werde diese Wysentijt wiederkehren. Er beschloß, den Grundstein dafür zu legen, indem er viele aus dem griechischen und lateinischen stammende Begriffe aus Mathematik, Physik und anderen Wissenschaften ins Niederländische übersetzte (der Begriff wiskunde für Mathematik hat sich bis heute gehalten, der Begriff wijsbegeerte für Philosophie (heute niederl. filosofie) leider nicht).

Leider hat sich Simon Stevins Überzeugung nicht durchgesetzt. Und so ist die heute dominante Sprache in der Wissenschaft die der Kulturimperialisten statt des viel charmanteren Niederländischen.

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Kategorie: Kunst- und Wunderkammer



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