Max Bense
Max Bense (* 7. Februar 1910 in Straßburg; † 29. April 1990 in Stuttgart) war ein deutscher Philosoph, Schriftsteller und Publizist und ist durch Arbeiten zu Wissenschaftstheorie, Logik, Ästhetik und Semiotik hervorgetreten. Sein Denken verbindet Naturwissenschaften, Kunst und Philosophie unter einer gemeinsamen Perspektive und verfolgt eine Definition von Rationalität, die als existentieller Rationalismus die Trennung zwischen geistes- und naturwissenschaftlichem Denken aufzuheben vermag.
Wer war eigentlich Max Bense? Neben all den anderen Erklärungen, die versuchen, das Phänomen Max Bense zu erklären, war er vor allem so etwas wie ein moderner Informations-Ästhetiker, der sehr früh die Idee einer »rationalen Ästhetik« mit der Praxis, diese dann auch mit dem rationalsten aller Werkzeuge, dem Computer, erzeugen zu lassen, verband. Und der Sammelband Ästhetik als Programm — Max Bense/Daten und Streuungen (Heft 5 der Kaleidoskopien) beschäftigt sich mit Max Bense. Leider eher aus wissenschaftshistorischer Sicht, denn mit der Frage, was Bense uns heute noch zu sagen hat. Nichtsdestotrotz: Er bringt einige wichtige Originalaufsätze Benses und Arbeiten seiner wichtigsten zeitgenössischen Mitstreiter, absolut erfrischende Interviews mit Elisabeth Walther(-Bense) und Beiträge von Georg Nees und dem von mir sehr geschätzten Frieder Nake. (Ich hatte das Vergnügen, einige Vorträge von Frieder Nake zu hören und mich sowohl an seiner lebendigen und originellen Vortragsart wie auch an seinen ebenso lebendigen und originellen vom Computer erzeugten Werke zu erfreuen.) Und da der Band Dank der (vermutlich) großzügigen Förderung der Akademie Schloß Solitude wie auch der Landesstiftung Baden Württemberg trotz seiner schönen Ausstattung und seiner über 300 Seiten nur € 15 kostet, gibt es eigentlich keine Entschuldigung, dieses Buch nicht haben zu wollen. Einzig und allein das historisierende Layout stört die Lesefreude. Und der Band »Was hat Max Bense uns heute zu sagen« wird wohl irgendwann auch noch geschrieben werden.
Barbara Büscher, Hans-Christoph von Herrmann und Christoph Hoffmann (Hg.): Ästhetik als Programm. Max Bense/Daten und Streuungen, Kaleidoskopien Heft 5, Berlin 2004, ISBN 3-00-014180-4, 308 Seiten, 15 €