Hans Magnus Enzensberger

Hans Magnus Enzensberger (* 11. November 1929 in Kaufbeuren) ist ein deutscher Dichter, Schriftsteller, Herausgeber, Übersetzer und Redakteur.

Hans Magnus Enzensberger

Von 1965 bis 1975 gab Enzensberger die Zeitschrift Kursbuch heraus. Enzensberger hatte insbesondere mit dem Kursbuch, aber auch mit seinen Werken großen Einfluß auf die Studentenbewegung.

Baukasten zu einer Theorie der Medien

Besonders mit seinem Text Baukasten zu einer Theorie der Medien (1970) setzt sich Enzensberger mit Medien, vor allem dem Fernsehen auseinander. Er bezeichnet die elektronischen Medien als Hauptinstrumente der »Bewußtseins-Industrie«, der er weitgehende Steuerungs- und Kontrollmacht über die spätindustrielle Gesellschaft zuschreibt. Enzensberger forderte in dem Text eine sozialistische Medientheorie, d.h. einen emanzipatorischen und emanzipativen Umgang mit den Medien.

Probleme sah er im »repressiven Mediengebrauch« (ein zentral gesteuertes Programm mit einem Sender und vielen Empfängern, der die Konsumenten passiv macht und entpolitisiert). Spezialisten produzieren den Inhalt, werden dabei jedoch durch Eigentümer oder Bürokratie kontrolliert. Ein »emanzipatorischer Mediengebrauch« dagegen würde jeden Empfänger zum Sender machen. Durch die Aufhebung der technischen Barrieren würden die Massen mobilisiert und politisch eingebunden. In seinen 1988 veröffentlichten Gesammelten Zerstreuungen bezeichnete Enzensberger das Fernsehen als »Nullmedium«.

Enzensberger und die Mathematik

Unter Mathematikern ist Enzensberger durch seine Werke zur Mathematik sehr bekannt. Mit seiner Sprachfertigkeit hat er es geschafft, zu beschreiben, was Mathematiker fühlen, selbst aber nur schwer ausdrücken können. Er beschreibt die faszinierende Einfachheit und Klarheit der Mathematik (besonders in Der Zahlenteufel). Im August 1998 hielt er an der TU Berlin zum fünfzigsten Internationalen Mathematiker-Kongress eine Rede zur Situation der Mathematik in der Gesellschaft.

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