Großbeeren

Großbeeren ist eine Gemeinde im Landkreis Teltow-Fläming im Land Brandenburg in Deutschland. Die Gemeinde liegt unmittelbar südlich von Berlin im Gebiet des Teltow.

Gedenkturm für die Schlacht bei Großbeeren

Zur Gemeinde Großbeeren gehören die Ortsteile Heinersdorf, Diedersdorf und Kleinbeeren, der Gemeindeteil Neubeeren sowie die Wohnplätze Birkenhain, Birkholz und Osdorf.

Geschichte

Großbeeren wurde im Jahre 1271 erstmals urkundlich erwähnt und zählt damit zu den ältesten Ansiedlungen des niederen Fläming. Der Ortsname geht zurück auf das Geschlecht der von Berne (von Beeren), die hier vom 14. Jh. bis zum Beginn des 19. Jh. herrschten. 1812 starb der letzte in Großbeeren herrschende Gutsherr dieser Adelsfamilie, Hans Heinrich Arnold von Beeren (bekannt als »Geist von Beeren«, siehe auch Theodor Fontanes »Wanderungen…«). Die Entwicklung Großbeerens war in den ersten Jahrhunderten wiederholt durch kriegerische Verwüstungen und viele Opfer unter den Einwohnern geprägt, so während des Dreißigjährigen Krieges von 1618 bis 1648 und im Siebenjährigen Krieg, als im Jahre 1760 im Zuge des Vormarsches russischer und österreichischer Truppen in Richtung Berlin die Kirche und zahlreiche Häuser von Großbeeren abbrannten.

Im Jahre 1881 erwarb die Stadt Berlin das Gut Großbeeren und machte es zum Rieselgut. Durch den Bau der Anhalter Bahnstrecke und besonders durch die Rieselfelderwirtschaft wuchs Großbeeren zu einer bedeutenden Berliner Stadtrandgemeinde heran. Die Großbeerener Rieselfeldanlagen samt Standrohr wurden noch bis vor wenigen Jahren genutzt und sind daher gut erhalten. Sie wurden 1999 als technisches Denkmal unter Schutz gestellt.

Von historischer Bedeutung ist die nach dem Ort benannte Schlacht bei Großbeeren am 23. August 1813, in der die preußisch-russischen Koalitionstruppen die französischen Truppen und ihre Verbündeten unter Napoléon I. schlugen.

Am 23. August 1913 wurde zum 100. Jahrestag der Schlacht bei Großbeeren ein 32 Meter hoher Gedenkturm mit einer Ausstellungshalle im Sockel eingeweiht. Er trägt folgende Inschrift: »Hier wurde am 23.8.1813 die französische Armee von den preußischen Truppen unter General von Bülow geschlagen. Der Sieg bewahrte Berlin vor drohender französischer Besetzung.«

Bereits 1817 war an der Dorfkirche ein Obelisk zum Gedenken aufgestellt und im Jahre 1906 von der Stadt Berlin auf einem ehemaligen Windmühlenhügel eine Pyramide aus Findlingen aufgetürmt worden, die den Namen Bülow-Pyramide trägt.

In der Zeit des Dritten Reiches errichtete die Gestapo im September 1942 ein »Arbeitserziehungslager« für antifaschistische Widerstandskämpfer und Zwangsarbeiter, welches bis April 1945 etwa 45.000 Häftlinge durchliefen. Der wohl prominenteste Insasse war von März bis August 1943 der Arbeitersportler Werner Seelenbinder. Aufgrund mangelhafter Ernährung, durch Mißhandlung oder Erschöpfung infolge unmenschlicher Ausbeutung fanden hier mindestens 1.197 Gefangene den Tod. Ihnen allen ist eine internationale Mahn- und Gedenkstätte in der Nähe der Bülow-Pyramide gewidmet.

Die Schinkelkirche

Seit Mitte des 18. Jahrhunderts stand nur noch eine Kirchenruine in Großbeeren. Nach der siegreichen Schlacht von 1813 wurde die Kirche ab 1818 neu erbaut und 1820 eingeweiht. Die Kirche war ein Geschenk des preußischen Staates und die Pläne hierzu stammten vom Baumeister Karl Friedrich Schinkel.

Das GVZ

Von erheblicher Bedeutung für die Versorgung Berlins aus dem Süden ist das Güterverkehrszentrum Großbeeren (GVZ). Es besteht aus einem Containerumschlagsbahnhof mit Portalkran und einer entsprechenden Zufahrt für Containerlastzüge.

(Bahn-) Verkehr

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