Google Wave
Google Wave (Open Source) ist ein neues Kommunikations- und Kollaborationswerkzeug des Suchmaschinengiganten, das die Arbeit im Netz völlig umkrempeln soll:
Es ist eine zentrale Kommunikationsplattform, die Email, Instant-Messaging, Chat, Photos, Videos, Karten und Dokumente verbindet. Jeder Eingeladene kann eine Antwort eintragen oder bearbeiten und verfolgen, was die Wave-Kollegen tippen. Eine so genannte Wave läßt sich auch in einem Blog oder auf einer Webseite veröffentlichen, wobei Neueinträge oder Änderungen sofort angezeigt werden.
Wave erlaubt unter anderem die gemeinsame Arbeit an Texten und anderen Dokumenten und die Änderungen können in Echtzeit verfolgt werden. Über APIs soll sich Wave in andere Internetseiten einbetten oder mit Anwendungen anderer Entwickler kombinieren lassen.
Google Wave soll im Herbst 2009 der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Später soll der komplette Wave zugrundeliegende Code freigegeben werden, so daß jeder einen Wave-Dienst auf seinen Servern anbieten können soll.
Einstellung
Google hat Wave 2010 eingestellt. Und auf den Open-Source-Code warten wir auch heute noch vergebens.
Neues Video: Was ist Googel Wave?
Making Sense of Google Wave
Gina Trapani, die Autorin des irgendwann einmal erscheinenden Bands »The Complete Way to Google Wave« (haben wollen!): Making Sense of Google Wave.
15 Features
My Wave
Jabber die Welle
Google Wave ist kein neues Web-2.0-Spielzeug oder so etwas wie ein Facebook-Killer, Google Wave steht in der Tradition des leider in IBM Lotus Mashups aufgegangenen QED Wikis von IBM. Google Wave spielt also nicht in der von Bloggern und Journalisten beobachteten Regionalliga der Social Networks, sondern in der Enterprise-Liga der Business-Applications und des Situational Computings.
Was ist denn das (meiner Ansicht nach) Revolutionäre an Google Wave? Google Wave ist (eine Erweiterung von) Jabber (XMPP). Es ist also in der Hauptsache ein just in time-Protokoll für XML-Daten. Und jeder Jabber-Server kann mit jedem anderen Jabber-Server reden, er benötigt keinen übergeordneten Community- oder Was-auch-immer-Server. XMPP ist also in der Reinform Peer-to-Peer vom Feinsten. Und wenn Google sein Versprechen wahr macht und den Wave-Server als Open Source freigibt, dann besteht auch keine Notwendigkeit, die Infrastruktur von Google zu nutzen. Winers alte Radio-Userland-Idee vom Webserver auf dem Desktop feiert fröhliche Urständ und im Extremfall (was ich nicht immer für sinnvoll halte) wird jeder Desktop zum Server, der völlig unkontrolliert mit jedem anderen zum Server aufgemotzten Desktop sprechen kann. Und so schwappt die Welle doch wieder zurück in die betuliche Welt des Web 2.0 und seiner sozialen Netze.
Denn selbst wenn Google sein Wave in die Tonne tritt: Die Idee ist auf der Welt und XMPP ist ein offenes Protokoll. Google hat eine Welle (im wahrsten Sinne des Wortes) losgetreten, die einen Weg zur (zumindest teilweisen) Befreiung von der Datenkrake aufweist (Dialektik, ick hör’ dir trappsen).
In diesem Wiki
Literatur
- heise Developer: Google nimmt Stellung zur Kritik des BSI an Wave, 16. September 2009
Links
- heise developer: Google Wave: Der Echtzeit-Wiki-Kommunikator
- Ben Parr: Google Wave Guide
- Gina Trapani (mit Adam Pash): The Complete Guide to Google Wave (gleichzeitig ein schönes Beispiel, wie man ein Wiki zur Buchproduktion nutzen kann)
- Andrés Ferraté: An Introduction to Google Wave
- Webkompetenz: Erste Schritte mit Google Wave
- Ausführlicher Test auf Golem.de: Google Wave - wozu es gut ist und wie es funktioniert
- The ReadWriteWeb: Google Wave Finds Purpose as Live Blogging Platform
- The ReadWriteWeb: How To Use Google Wave for Live Blogging
Kategorie: Arbeitsmaterial Webworking → Utility Computing → Google
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