Inhaltsverzeichnis

Fritz Kahn

Fritz Kahn (1888-1968) praktizierte nach einem Medizinstudium ab 1912 als Gynäkologe in Berlin. 1920 publizierte er ein Buch zur Rassenfrage, »Die Juden als Rasse und Kulturvolk«, das 1938 von den Nationalsozialisten verboten wurde. Dort heißt es etwa zur Germanen-Theorie: »Wissenschaftlich betrachtet ist diese Modetheorie nichts als eine stolze Kulisse, auf deren Zinnen die geschäftigen Regisseure eines falschen Nationalismus das Feuerwerk der Rassentheorie entzünden, um die Massen in einen Rausch des Massenwahns zu versetzen, darinnen sie sich selbst als erderhabenes Volk von Göttern träumen, indes jed anderes Geschlecht vor ihrem trunkenen Blick zum Paria hinabsinkt.”«

Kahn war in den zwanziger Jahren durch seine Darstellungen menschenkörperlicher Vorgänge in Gestalt von Maschinen-Analogien bekannt geworden; berühmt machte ihn das plakatgroße Bild »Der Mensch als Industriepalast«.

Von 1922 bis 1932 arbeitet Kahn an einer fünfbändigen Anatomie, »Das Leben des Menschen«. 1933 werden Bücher von ihm öffentlich verbrannt. Kahn emigriert nach Palästina, zieht später nach Paris und flieht nach der Besetzung Frankreichs nach Bordeaux und weiter nach Portugal, wo er mit Hilfe seines Freunds Albert Einstein und der Organisation ERC (Emergency Rescue Committee) in die USA gelangt.

Quellen




Kategorie: Kunst- und WunderkammerPersonenRoboter



Werbung